Leistungsziel: Trinkwasserhygiene umfassend sichern

Trinkwasserhygiene in Schulen

Unser Slogan lautet: Verantwortung für Gesundheit. Die übernehmen wir besonders in öffentlichen Sanitärräumen, für die wir unsere Waschtisch-, Dusch-, WC- und Urinal-­Armaturen entwickeln. 
Die Herausforderungen hier: Langlebigkeit, Vandalenschutz und Hygiene. Zudem hat jedes Objekt seine planerischen Anforderungen, wie Art und Anzahl der Entnahmestellen, Nutzerverhalten und wirtschaftliche Aspekte. Wir sprachen mit Dr. Peter Arens, Hygiene-pezialist und Leiter Produktmanagement bei SCHELL, über mögliche Gesundheitsrisiken in schulischen Sanitäranlagen, Verantwortlichkeiten und Lösungen.

Dr. Peter Arens, Hygienespezialist und Leiter Produktmanagement bei SCHELL

Öffentliche Toiletten sowie Schultoiletten haben einen hohen Ekelfaktor. Viele nutzen sie nicht, weil sie fürchten, sich mit Krankheiten zu infizieren. Ist diese Sorge begründet?

Der häufigste Weg, sich auf einer öffentlichen Toilette mit einer Krankheit zu infizieren, ist über eine Schmierinfektion: Bakterien und Viren geraten über verschmutze Oberflächen auf die Hände und dann über den Mund in den Körper. Dies gilt immer und überall. In öffentlichen Toiletten bzw. Schultoiletten ist die Gefahr einer Kontamination sicherlich erhöht, da sie von vielen verschiedenen Men-schen unterschiedlich genutzt werden. Die gute Nachricht: Jeder kann sich schützen, einfach indem er sich grundsätzlich gründlich die Hände wäscht. Und damit man nach dem Händwaschen nicht denselben Betätigungshebel berührt wie vor dem Waschen, bieten unsere elektronischen Armaturen mit Infrarotsensor zusätzliche Sicherheit, weil sie berührungslos genutzt werden.

Doch auch auf die „innere“ Hygiene von Armaturen kommt es an: Aus ihnen soll Trinkwasser in der hohen Wassergüte des Versorgers kommen.

Welche Problematik stellt sich hinsichtlich gesundheitlich unbedenklichem Trinkwasser?

Wochenlange Unterbrechungen des sogenannten „bestimmungsgemäßen Betriebs“ in den Ferien führen dazu, dass sich im Trinkwasser Bakterien übermäßig vermehren können. Besonders kritisch wird es in den warmen Sommermonaten. Dann steigt die Temperatur auch in der Kalt­wasserleitung in einen Bereich, der für die Vermehrung der Bakterien ideal ist. 
Zu nennen sind in diesem Zusammenhang vor allem Legionellen, die eine atypische Lungenentzündung ver­ursachen können. Immerhin sterben in Deutschland jähr­lich rund 3.000 Menschen an der sogenannten Legionellose. Allerdings muss dazu ein stark legionellenhaltiges Wasser-Luft-Gemisch, also ein Aerosol, einer Dusche eingeatmet werden – am Waschtisch infiziert man sich kaum. 

Welche Punkte müssen zur Sicherstellung der Trinkwasserhygiene in Schulen beachtet werden? 

In der Trinkwasserverordnung fordert der Gesetzgeber mittels Verweis auf die allgemein anerkannten Regeln der Technik indirekt einen regelmäßigen Wasserwechsel an allen Entnahmestellen. Das bedeutet für die Verantwortlichen auch in den Ferien einiges an zusätzlicher Arbeit, deren sachgemäße Umsetzung auch kontrolliert werden muss. (Mehr zu den Bestimmungen der Trinkwasserverordnung erfahren Sie unter www.schell.eu/hautnah

Wie häufig muss denn ein Wasserwechsel aus hygienischer Sicht erfolgen?

Spätestens nach drei Tagen muss jede Entnahmestelle in einem Gebäude betätigt werden. Dazu gehören auch die selten oder gar nicht genutzten Ausgussbecken in Keller- oder Putzmittelräumen oder die WCs für Menschen mit Einschränkungen. Dies sind nur zwei Beispiele für Entnahmestellen, an denen oftmals wochenlang keine Wasserwechsel stattfinden.

Rohr-in-Rohr-Phänomen: 
Wasser fließt durch Wasser

Reicht es denn, eine Armatur nach der anderen zu öffnen?

Nein, denn die Strömungsgeschwindigkeit in den Zuleitungsrohren wäre dann zu gering für einen qualifizierten Wasserwechsel. Denn gerade die dickeren Rohre sind so bemessen, dass viele Entnahmestellen gleichzeitig Wasser liefern können. Und diese Art der Nutzung muss auch durch das Öffnen von mehreren Entnahmestellen gleichzeitig nachgestellt werden – beispielsweise vier Waschtisch-Armaturen und drei WC-Armaturen.

Wird bei großen Rohrdurchmessern nur wenig Wasser entnommen, strömt dies vorrangig durch die Mitte. Das übrige Wasser bewegt sich kaum – es stagniert. Bakterien und Keime bleiben trotz Spülung im System.

Verstehe ich Sie richtig, dass sowohl im Schulbetrieb als auch in den Ferien bereits nach drei Tagen an allen Ent­nahmestellen und zum Teil gleichzeitig ein Wasser­wechsel sichergestellt sein muss? Ist das nicht enorm aufwändig?

Ja, so wird es vom Gesetzgeber gefordert. Denn auch hier hat der Schutz der Gesundheit Vorrang vor wirtschaftlichen Belangen oder gar der „Bequemlichkeit“.

Gibt es technische Möglichkeiten, den geforderten Wasserwechsel automatisch herbeizuführen? 

Ja, die gibt es. Über die bereits angesprochenen elektronischen Armaturen von SCHELL können Stagnations­spülungen automatisch nach vorab festgelegten und eingestellten Parametern erfolgen. Im normalen Betrieb ist dies vor allem für die nicht zugänglichen Ausgussbecken und andere selten genutzte Entnahmestellen sinnvoll. 
Möchte man jedoch eine höhere Betriebssicherheit und vor allem personallose Stagnationsspülungen während der Wochenenden, Feiertage und Ferien, können alle notwendigen Maßnahmen zum Erhalt der Wassergüte über das SCHELL Wassermanagement-System SWS automatisiert werden. Zu diesem System gehört dann auch die rechts­sichere Dokumentation aller Wasserwechsel und Betriebstemperaturen sowie Informationen für eine vereinfachte Instandhaltung.

Am Ende ist es eine wirtschaftliche Entscheidung, ob man aus Sicherheitsgründen in berührungslos zu betätigende elektronische Armaturen und ein Wassermanagement-System investieren möchte oder später lieber höhere Personalkosten und gewisse Unwägbarkeiten beim Erhalt der Wassergüte und damit der Hygiene in Kauf nimmt. 

Vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen.

 

BLEIBEN SIE NAH DRAN


Kundenzeitschrift jetzt abonnieren


Zum Newsletter anmelden

Keine Einträge vorhanden

Keine Einträge vorhanden