Trinkwasserhygiene im Hotel auch nach den Ferienzeiten schützen

Nach dem Hochbetrieb in den Sommermonaten bricht im Hotelgeschäft oftmals eine Phase der Entschleunigung an. Mit dem Schulferienende normalisiert sich der Betrieb – bis die Herbstferien wieder zu Buche schlagen. Doch wie ist es in ruhigeren Phasen eigentlich um die Trinkwasserhygiene bestellt? Denn so wichtig Auszeiten für Mensch und Betrieb sind, für die Hygiene sind sie gefährlich. Um sich vor Legionellen-Befunden zu schützen, sollten Hoteliers einige wichtige Maßnahmen treffen.

Risikofaktor Stagnation

Bei Hochbetrieb werden alle Anschlussstellen und Leitungen regelmäßig durchgespült. Werden Hotelzimmer und damit die im Badezimmer angebrachten Armaturen jedoch nicht mehr ohne Unterbrechung genutzt, können sich Bakterien übermäßig vermehren. Auch unzureichende Strömungsgeschwindigkeiten, die auftreten, wenn nicht genug Wasser durch die Rohre fließt, können für starken Bakterienbefall verantwortlich sein. „Gefährlich wird es, wenn zu diesen Bakterien Legionellen gehören“, warnt Dr. Peter Arens, Hygienespezialist und Leiter Produktmanagement bei SCHELL. „Werden sie als Aerosol, also als Sprühnebel, zum Beispiel beim Duschen eingeatmet, können sie schwerste Lungenerkrankungen beim Menschen hervorrufen.“ Dazu gehört die Legionärskrankheit, die unbehandelt lebensgefährlich ist. Vom Bakterienbefall können nicht nur Duschen, sondern auch Klimaanlagen und Whirlpoolbecken betroffen sein.

Regelmäßige Spülungen verhindern Anstieg

Durch ausreichenden Wasserwechsel lässt sich ein übermäßiges Wachstum der Krankheitserreger verhindern. Denn dadurch werden die kritischen Temperaturbereiche über 25°C und unter 55°C vermieden, in denen sich Legionellen vermehren. Wird kaltes Trinkwasser regelmäßig über die Armaturen entnommen, bleibt es kalt. Warmes Wasser behält seine Temperatur, wenn es regelmäßig durch Zirkulation im Warmwasserspeicher auf 60°C erhitzt wird.

Um die Bakterienkonzentration niedrig zu halten, muss spätestens nach 72 Stunden ein vollständiger Wasseraustausch an allen Entnahmestellen* stattfinden. Steht also beispielsweise ein Hotelzimmer drei Tage lang leer, müssen Waschtisch-, Dusch- und Wannenarmatur durchgespült werden. Das ist oft problematisch für Hoteliers, weiß Dr. Peter Arens: „Gerade für Hotels mit ausgeprägtem Saison- oder Messebetrieb bedeutet das einen hohen personellen Aufwand.“ Denn nicht nur müssen alle Armaturen von Hand ausgelöst und ggf. manuell wieder geschlossen werden, es müssen auch ausreichende Fließgeschwindigkeiten sichergestellt sein. Das bedeutet, dass mitunter zahlreiche Armaturen in verschiedenen Zimmern gleichzeitig geöffnet werden müssen.

Wassermanagement-System spart Zeit und Personalkosten

Ein modernes Wassermanagement-System wie das von SCHELL hilft dabei, den personellen Aufwand enorm zu reduzieren. Das SCHELL Wassermanagement-System SWS vernetzt elektronische Sanitärarmaturen und kann im gesamten Hotel oder nur in besonders problematischen Bereichen eingesetzt werden. Es sorgt für regelmäßige Stagnationsspülungen, sodass Bakterien keine Chance haben, kritische Wachstumsgrenzen zu überschreiten. Dabei wird weit weniger verbraucht, als beim alltäglichen Betrieb durch die Nutzer. Temperaturfühler überwachen die Temperaturen im Trinkwasser, sodass gefährliche Unteroder Überschreitungen vom System detektiert werden können. Alle Maßnahmen und Temperaturen werden sicher aufgezeichnet und dokumentieren die Trinkwasserhygiene. So können Hotelbetreiber nachweisen, dass ihr Betrieb alle Vorgaben einhält und müssen sich keine Sorgen mehr um gefährlichen Legionellenbefall machen.

Erkrankungen durch Reisen immer noch aktuell

Legionellen-Erkrankungen entstanden 2018 laut aktueller Veröffentlichung des Robert Koch Instituts vor allem im privaten und beruflichen Umfeld. An zweiter Stelle stehen jedoch reiseassoziierte Erkrankungen, die bei Personen auftraten, die sich zur Zeit der Infektion in einem Hotel oder einer ähnlichen Reiseunterkunft aufhielten. Umsicht bei der Trinkwasserhygiene ist im Hotel-Bereich also noch nicht ausreichend verankert. Mit einem Wassermanagement-System kann das Risiko ernorm minimiert werden.

Praktische Informationen für Leiter von Reiseunterkünften über die Legionärskrankheit wurden vom European Centre for Disease Prevention and Control (ecdc) herausgegeben. Diese finden Sie hier.
 

Leckage-Schutz und Trinkwasserhygiene kombinieren

Der Schutz der Trinkwasserhygiene und der Schutz vor Leckagen müssen sich nicht ausschließen. Denn eine Unterbrechung der Wasserzufuhr ist dann hygienisch unbedenklich, wenn regelmäßige Stagnationsspülungen weiterhin erfolgen können. So können selten genutzte Trakte in Hotels oder zum Beispiel Konferenzräumlichkeiten zeitweilig von der Wasserzufuhr ausgenommen werden, um unentdeckte Wasserschäden zu verhindern, ohne die Hygiene zu beeinträchtigen. Das ist mit dem SCHELL Leckageschutz-Ventil und dem Wassermanagement-System SWS ganz einfach möglich. Denn das Ventil öffnet dank SWS automatisch für programmierte Stagnationsspülungen. So haben Legionellen und Leckagen gleichermaßen keine Chance.

Mehr Informationen zum Leckageschutz-Ventil finden Sie hier.

Stagnationsspülungen sind keine Kostenfalle

Stagnationsspülungen sind unabdingbar, um die Trinkwassergüte zu erhalten. Der damit verbundene Wasserverbrauch ist eine Notwendigkeit – jedoch viel geringer, als der reale Verbrauch durch Nutzer, da dieser lediglich simuliert wird.

Den Unterschied zeigt die Beispielrechnung. Hier wird Folgendes gegenübergestellt:

  1. Die Kosten für den Wasserverbrauch verursacht durch eine durchgängige Nutzung eines Hotelzimmers von jeweils zwei Personen innerhalb eines Monats (inklusive der notwendigen Zimmerreinigung)
    vs.
  2. Die Kosten für Stagnationsspülungen, wenn das entsprechende Zimmer einen Monat nicht belegt ist, aber der bestimmungsgemäße Betrieb eingehalten wird.

*Der Wasserwechsel nach 72 Stunden ist unter anderem in der VDI 6023 „Hygiene in Trinkwasser-Installationen“ nachzulesen. Das Werk gibt Hinweise zum bestimmungsgemäßen Betrieb, der laut deutscher Trinkwasserverordnung nach den anerkannten Regeln der Technik u. a. von Betreibern – und damit auch Hoteliers – einzuhalten ist. Mehr zu den Bestimmungen erfahren Sie im SCHELL SWS-Handbuch.

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